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Portfolio-Karriere

Eine Idee für Menschen mit unterschiedlichen Stärken und Interessen!

In den letzten Monaten hatte ich viele Klienten und Klientinnen zum Thema „Berufliche Neuorientierung“. Gerade bei den jüngeren Generationen stellt sich dann oft heraus, dass sie an einer Karriere im klassischen Sinn überhaupt nicht interessiert sind. Und dass sie unter der Einseitigkeit einer 40 Stunden-Woche leiden, an der sie 5 Tage die Woche mehr oder weniger dasselbe machen.

Ich möchte Dir deshalb heute eine Arbeitsmarktentwicklung und neuere Möglichkeit vorstellen, wie Du Dein Berufsleben gestalten kannst, die noch nicht so bekannt ist. Ich rede von der Portfolio-Karriere (manchmal auch Proteische Karriere oder Mosaik-Karriere genannt).

Was ist eine Portfolio Karriere?

Bislang war es so, dass man einen Beruf lernt und darin einsteigt, sich hocharbeitet und dabei bleibt. Zu mindestens die Hauptzeit seiner beruflichen Karriere.

Aber die Arbeitswelt wandelt sich. Um flexibler agieren zu können, scheuen sich viele Firmen, Mitarbeiter dauerhaft fest anzustellen. Galt man früher als illoyal, wenn man nicht lange am selben Arbeitsplatz blieb, gilt man heute schnell mal als unflexibel. Und wir Menschen ändern uns auch – wie auch schon oben geschrieben. Vielen ist es eine Horrorvorstellung die nächsten 30-40 Jahre mehr oder weniger denselben Job machen zu müssen.

Hinzu kommt, dass man oftmals in einem Job nur einen Teil seiner Fähigkeiten ausleben kann – der andere Teil liegt brach oder wird wenigstens in der Freizeit etwas gelebt.

Eine Portfolio-Karriere ist eine Aufteilung der Arbeitszeit auf unterschiedliche Tätigkeiten und/oder Projekte. Wie ein Investment-Portfolio diversifiziert man seine Stärken und Kompetenzen auf verschiedene „Investitionen“.

Was sind die Vorteile einer Portfolio-Karriere?

  1. Die Sicherheit steigt – heute ist es sehr wahrscheinlich, dass man früher oder später in einem Unternehmen einer Reorganisation, einem Outsourcing, einem Offshoring oder einem Spin-off zum Opfer fällt – kurz gesagt: Man wird entlassen. In jüngeren Jahren ist das nicht so ein Problem, im Laufe der Zeit aber wird es eines, da der Wiedereinstieg mit zunehmendem Alter komplizierter wird. Fällt nun so ein 40 Stunden-Job weg, bricht Deine ganze Arbeitswelt auf einmal weg. Das sieht anders aus, wenn Du z.B. einen 3-Tage-Job plus einen 2-Tage- Job hast. Fällt einer weg, fällst Du nicht komplett ins Loch, sondern hast immer noch ein zweites Standbein. Das ist nicht nur finanziell besser, sondern auch für das Selbstbewusstsein, denn eine Entlassung und Arbeitslosigkeit knabbern sehr stark am Selbstvertrauen der Betroffenen.
  2. Wenn Du unterschiedliche Stärken und Kompetenzen hast, kannst Du sie besser ausleben und nutzen. Das erhöht bei den meisten Menschen die Zufriedenheit.
  3. Dein Alltag wird interessanter, weil Du nicht 5 Tage die Woche derselben Tätigkeit nachgehst. Stimmt ein Job für Dich nicht mehr, so kannst Du diesen Teil verändern, ohne gleich ganz ohne Job dazustehen.
  4. Wenn Du mehr Sinn in Deiner Arbeit suchst, kannst Du einen Teil der Tätigkeit als „Butter und Brot-Job“ nehmen und den anderen Teil einer mehr sinnstiftenden Tätigkeit zuwenden und damit klar kommen, wenn sie vielleicht weniger gut bezahlt ist.

 

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Was sind die Nachteile?

Es gibt sie natürlich und ich sie Dir auch auf keinen Fall verschweigen.

  1. Wenn Du sehr an einer klassischen Karriere mit Aufstiegschancen interessiert bist, dann ist die Portfolio-Karriere nichts für Dich. Denn leider sinken die Aufstiegsmöglichkeiten bei Teilzeitstellen sehr deutlich ab.
  2. Manch einer ist überfordert von den wechselnden Schwerpunkten während der Woche. So muss man von einer Tätigkeit zur nächsten meistens komplett „den Hebel umlegen“. Das fällt manchen Menschen schwer.
  3. Finanziell stehst Du Dich mit Teilzeittätigkeiten meistens schlechter als mit Vollzeitjobs. Wenn Dir ein hohes Salär sehr wichtig ist, ist das also nicht unbedingt der richtige Weg für Dich.
  4. Je nach Veranlagung ist das Sicherheitsgefühl geringer, weil Du keinen (vermeintlich sicheren) Vollzeitjob hast.

Wie gesagt – eine Portfolio-Karriere ist sicherlich nicht für Jedermann/-frau passend, aber vielleicht ist es ja eine Idee für Dich?

Falls es Dich spontan anspricht, überlege Dir, welche Stärken und Neigungen Du in Deiner jetzigen Tätigkeit kaum oder gar nicht nutzen kannst.

Wie unzufrieden bist Du mit Deiner aktuellen Arbeitssituation? Wenn Du momentan nur auf das nächste Wochenende, die nächsten Ferien, die Rente hinlebst, dann ist etwas nicht in Ordnung. Mach Dir Gedanken, wie Du Deine Arbeitszeit für Dich optimieren kannst. Die Arbeitszeit ist ein grosser Teil Deines Lebens. Und willst Du diesen Teil immer nur wegwünschen?

 


 

PS: Ich erzähle Dir mal etwas von mir, was nur wenige wissen. Als ich noch angestellt war, war ich viele Jahre im IT / Intranet-Bereich einer Grossbank tätig. Das lag mir, denn ich habe eine ausgeprägte Technik-Affinität.

Dank einer Führungsposition konnte ich meine Freude am Umgang mit und der Entwicklung von Menschen wenigstens zum Teil leben. Aber ein ganzer Teil blieb auf der Strecke. Lange habe ich mich auch für wenig kreativ gehalten, denn auch diese Seite war in meinem Job kaum gefragt. 

Seit ich mich 2008 selbständig gemacht habe, bin ich nun als Business & Karriere Coach tätig – aber mache auch hier und da Websites für Kunden, da ich daran einfach Freude habe und offensichtlich auch ein gutes Händchen, wie die zufriedenen Feedbacks meiner Kunden mir zeigen. 

Und so kann ich heute all meine Stärken und Neigungen umschichtig ausleben und bin zufrieden, wie nie zuvor. Zwei sehr unterschiedliche Tätigkeiten, die aber übrigens eine Gemeinsamkeit haben: Ich helfe meinen Klienten sich besser zu positionieren und sichtbarer zu werden.

 

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